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Madeira
Mit überschwenglichen Attributen haben Reisende seit je die Ilha da Madeira beschrieben: als »Blumeninsel« und »Insel des ewigen Frühlings«. Tatsächlich ist das ca. 900 km von Lissabon entfernte und ca. 800 km vor der afrikanischen Küste gelegene Archipel vulkanischen Ursprungs von der Natur besonders verschwenderisch bedacht worden. Zwei Drittel der Insel sind Naturschutzgebiet. Landschaftsbilder und Naturschauspiele sind ebenso einzigartig wie vielseitig: das »Amphitheater« der Bucht von Funchal, malerische Fischerdörfer, steile Hänge der Vulkangebirge mit den steinummauerten Terrassenfeldern (poisos), tiefe Schluchten, Täler, Wasserfälle, die künstlichen Bewässerungskanäle (Ievadas), deren Wirtschaftswege heute auch als faszinierende Wanderwege die Insel in einer Gesamtlänge von 2.100 km durchziehen, abenteuerliche Serpentinenstraßen an schroffen Berghängen hoch über dem Meer, exotische und tropische Blumen, Pflanzen und Früchte. Die geografische Lage und der Golfstrom sorgen für das milde Klima Madeiras. Die Temperaturen fallen hier praktisch nie unter 16°. Das Meer ist der Hauptlieferant für Madeiras Küche mit köstlichen Meeresfrüchten, saftigem Thunfisch und einer Inselspezialität, dem s Degenfisch (espada). Der berühmte Madeirawein gehört alljährlich zum Handgepäck tausender Feriengäste, die Madeira »Auf Wiedersehen« sagen - ebenso wie die herrlichen Stickereien und die Orchideen von der »Blumeninsel«.
Madeira hat die älteste touristische Tradition Europas. Und die Attraktivität der Insel wächst ständig - auch, weil inzwischen viele aktive, sportliche, jüngere Menschen sie entdeckt haben.

Anreise
Flug
Das Archipel hat zwei Flughäfen, auf Madeira und Porto Santo, die beide von Chartermaschinen aus ganz Europa und von Linienflugzeugen aus Lissabon angeflogen werden. Die Flugzeit ab Lissabon beträgt etwa 90 Minuten, die Taxifahrt vom Flughafen auf Madeira nach Funchal ca. 35 Minuten. Der neue Flughafen hat nach seinem Um- und Ausbau eine auf 1000 m verlängerte Startbahn, zusätzliche Abfertigungsplätze und einen neuen Terminal. Er erfüllt jetzt alle Anforderungen an einen interkontinentalen Flughafen.
 
Schiff
Funchal ist einer der meistangelaufenen Kreuzfahrthäfen der Welt. Regelmäßige Passagierschiffsverbindungen aus Europa oder Afrika gibt es z. Zt. allerdings nicht.
 
Öffentliche Verkehrsmittel  
Auf Madeira gibt es gute Busverbindungen rund um die Insel. Bequemer sind allerdings Exkursionen, Taxis oder der Mietwagen. Der Flug zwischen beiden Inseln dauert 15 Minuten.
 
Fährverbindungen
Zwischen Madeira und Porto Santo verkehrt täglich ein komfortables Fährboot mit einer Fahrzeit von 2 3/4 Stunden.
Porto Santa Line
Rua da Praia 4, 9000 Funchal
Tel.: 00351 -291 210 300, Fax: 00351 -291 226 434
 
Städte und Sehenswertes
Funchal
Die Hauptstadt Madeiras liegt wie die Ränge eines riesigen Amphitheaters über der Bucht. Sehenswert sind die Kathedrale und eine große Zahl weiterer Kirchen, die Festungsanlagen und mehrere Museen. Im Botanischen Garten fasziniert den Besucher eine exotische Blütenpracht tropischer Blumen. Nicht versäumen sollte man auch das Erlebnis des Mercado dos Lavradores (Bauernmarkt) mit seinem verschwenderischen Angebot tropischer Früchte und Gemüsesorten.

Zur Probe des berühmten Madeiraweines laden in Funchal viele Weinstuben und Bars ein. In der traditionsreichen Weinkellerei

Adegas de Sáo Francisco kann man sich über Geschichte und Produktion des Weines informieren.

Funchal ist eine kosmopolitische Stadt mit ausgezeichneten Restaurants, guten Geschäften, Bars, Diskotheken und einem Casino.

Zur Weihnachtszeit schmücken 300.000 Glühbirnen die Gebäude und Bäume der Stadt. Und zum weltberühmten Silvesterfeuerwerk kommen dann noch die Lichterketten der Kreuzfahrtschiffe hinzu, die traditionell zur großen Silvester-Gala vor Funchal auf Reede liegen.

Vom Flughafen fährt der Aerobus von 8:00 - 20:00 Uhr alle 60 min. nach Funchal. Das Ticket 2 €.

6 km nördlich von Funchal liegt Monte, früher ein mondäner Ferienort mit schönen Sommerresidenzen. Die Kirche Nossa Senhora do Monte lohnt den Aufstieg über 68 Stufen. Noch höher als Monte liegt Terreiro da Luta. Von hier aus hat man einen besonders schönen Blick auf die Bucht von Funchal.

Vor allem aber ist hier der Ausgangspunkt für ein unverzichtbares Urlaubserlebnis auf Madeira: Die Abfahrt im Korbschlitten, der auf hölzernen Laufschienen von zwei Fahrern geschickt die steilen Gassen bis nach Funchal hinunter gelenkt wird

Cámara de Lobos
Der hübsche Fischereihafen mit seinen bunt bemalten Booten war für den Hobbymaler Winston Churchill ein ebenso beliebtes Motiv wie heute für die fotografierenden Touristen. In der Nähe bietet der Pico da Torre eine faszinierende Aussicht auf den Hafen und zum Cabo Giráo, das mit 580 m Höhe das zweithöchste Kliff auf der Erde ist. Von seiner Aussichtsplattform blickt man bis nach Funchal.

 
Curral das Freiras
Das kleine Dorf liegt besonders reizvoll im grün bewachsenen Krater eines längst erloschenen Vulkans.

 
Machico
In der Bucht von Machico ging der Entdecker Madeiras, der portugiesische Seefahrer Zarco, 1419 zuerst an Land. Die Fischer und die Touristen teilen sich heute die historische Stadt. Sehenswert: die Kapelle Nossa Senhora dos Milagres, der Brunnen S. Roque und die Festungen Nossa Senhora do Amparo und S. Joáo Baptista.
 
Nahe Porto da Cruz liegt der 590 m hohe Adlerfelsen (Penha da Águia). Die Hochebene Paúl da Serra ist Quellgebiet von 25 Wasserfallen. Der höchste von ihnen fällt 100 m in die Tiefe.
 
Porto Moniz
In den Lavafelsen vor dem Küstenstädtchen ganz im Nordwesten der Insel gibt es sehr schöne Seewasserschwimmbecken. Die (Auto-) Fahrt von Sáo Vicente nach Porto Moniz lohnt sich wegen der spektakulären Straßenführung an schroffen Felswänden und durch viele Tunnel. Manchmal kreuzt sogar ein Wasserfall die Straße, die nur eine Mauer zum Steilufer hin begrenzt
 
Santana
ist bekannt wegen seiner typischen spitzgiebeligen Häuser, deren strohgedeckte Dächer fast bis zum Boden reichen. Nur einen Spaziergang weit entfernt ist der höchste Berg Madeiras, der Pico Ruivo (1.861 m), der einen faszinierenden Rundblick bietet.
 
Der Madeira-Wein
Die Geschichte des berühmten Madeira-Weins reicht zurück bis zur (Wieder-) Entdeckung Madeiras durch die Schiffe Heinrichs des Seefahrers in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Es waren englische Kaufleute, die schon bald den Wein aus der von Kreta eingeführten Malvasia Traube ins Mutterland und in die Kolonien der Neuen Welt verkauften.

Um das Qualitätsgeheimnis des Madeira-Weins ranken sich Legenden. Die älteste erklärt seine Einzigartigkeit mit einer zweimaligen Verschiffung über den Äquator und deren Begleiterscheinungen: dem Schaukeln der Schiffe, krassen Temperaturwechseln, der Hitze am Äquator und sogar einem Eindringen von Meerwasser in die Fässer. Wie dem auch sei, die Produktion des Madeira-Weins erfolgt heute wie eh und je in einem langwierigen Verfahren, zu dem auch das estufagem, das Erhitzen gehört. Die besonders wertvollen - nicht verschnittenen - Vintage-Weine eines bestimmten Jahrgangs dürfen z. B. erst nach 20 Jahren Reifung verkauft werden.
 
Die meisten Vintage-Weine sind 40 bis 50 Jahre alt. Anders als normalerweise beim Wein braucht beim Madeira-Wein kein ‘Umkippen‘ im hohen Alter befürchtet zu werden. Im Gegenteil: mit dem Alter steigt auch die Qualität. Es gibt über hundertjährige Madeira-Weine.

 
Die klassischen Madeira-Weine werden in vier Hauptarten produziert: als trockener bis extratrockener Sercial, als halbtrockener Verdelho, als schwer Bual und als dunkler süßer Dessertwein Malvasia oder Malmsey.
 
Porto Santo

Madeiras Nachbarinsel hat eines, was Madeira selbst bei allem Reichtum der
Natur versagt geblieben ist: einen 9 km langen, breiten, goldenen Sandstrand.
Die touristisch noch »jungfräuliche« Insel wurde von den portugiesischen
Seefahrern ein Jahr früher als Madeira entdeckt. Berühmtester Besucher in der
Geschichte von Porto Santo war Christoph Columbus, der hier die Tochter des
Gouverneurs geheiratet und eine Zeitlang gelebt hat. Sein schlichtes Wohnhaus
in der Inselhauptstadt Vila Baleeira ist heute ein kleines Museum.
 
Ilhas Desertas
Die Inseln im Südosten des Archipels sind - wie ihr Name sagt - von Menschen unbewohnt: Naturschutzgebiete, in denen Seevögel, Ziegen, ein paar giftige schwarze Spinnen und Mönchsrobben nur selten Besuch von Touristen bekommen.
 
Sport
Das Meer vor Madeira mit seinen milden Wassertemperaturen lädt zu Wassersport aller Art ein: Wasserski, Schnorcheln, Sporttauchen, Segeln und Hochseefischen. Auch Feriengäste haben hier schon Tausendpfünder aus der See gezogen. An der Küste bei Jardim do Mar, Paúl do Mar und Sáo Vicente gibt es gute Surfreviere. Und auch die Windsurfer profitieren von den sehr günstigen Windverhältnissen.
 
Kanufahren in steilen Schluchten auf den vielen Flüssen Madeiras führt mitten in die unberührte Natur des Landesinneren - das ganze Jahr über. Doch auch wer beim Sport lieber in die Luft geht oder festen Boden unter den Füßen bevorzugt, findet auf Madeira ein reiches Angebot: Drachenfliegen, Paragliding, Reiten oder Tennis.

 
Für Golfer hat die Insel zwei herrlich gelegene Meisterschaftsplätze: Santo da Serra mit 27 Löchern, wo das von der PGA European Tour organisierte Madeira Island Open Championship ausgetragen wird, und Palheiro (18 Löcher), das einen herrlichen Blick auf die Bucht von Funchal bietet.
 

Wandern auf Madeira
Bei aller Vielfalt des Sportangebots - Madeira ist noch immer auch ein Paradies für Wanderer, die dank des gemäßigten Klimas auch bei schwierigen Touren nie zu sehr ins Schwitzen kommen. Die beliebtesten Wanderwege sind die Wirtschaftswege entlang den künstlichen Bewässerungskanälen (levadas), die in einem 2.100 km langen Netz die ganze Insel durchziehen

 
und zu allen sehenswerten Punkten führen. Viele von erfahrenen Experten ausgesuchte, abwechslungsreiche und gut ausgeschilderte neue Wanderwege haben dies klassische Naturerlebnis gerade auch bei jungen Leuten wieder sehr attraktiv gemacht. Wer eine etwas »härtere Gangart« bevorzugt, entscheidet sich für Trekking auf atemberaubend schönen Bergpfaden.
 
Selbstverständlich bietet Madeira auch viele Möglichkeiten für individuelle Mountainbike-Touren durch Berge und Wälder.
 
Adresse des Regionalen Tourismusbüros
DlRECCÁO REGIONAL DE
TURISMO DA MADEIRA
Ava. Arriaga, 18
9004-519 Funchal
Tel.: 00351-291 211 900,
Fax: 00351-291 232 151
E-Mail: info@madeiratourism.org
www.madeiratourism.org

 
 

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Stand: 27. Juli 2008