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Bereits zur Römerzeit war die Region eine
Kornkammer; das Leben wurde lange von harter Tagelöhnerarbeit geprägt. Nach der
befreienden "Nelkenrevolution" vom 25. April 1974 schien alles anders zu werden.
Es begann eine Agrarreform, die inzwischen der Vergangenheit angehört. Nun versucht die
Regierung die ärmste Provinz des Landes mit Großprojekten in die Neuzeit zu beheben,
wird der Gaudiana bei Alqueva zum größten künstlichen See Europas aufgestaut. Und an
der Küste soll in Sines, dem Geburtsort von Vasco da Gama, ein interkontinentaler
Containerhafen entstehen. |
Aber das wird den
Alentejanos nicht ihre sprichwörtliche Gelassenheit nehmen. Und noch eine gute Nachricht
für Individualurlauber: Trotz ihrer Topsehenswürdigkeiten sprechen sich die weißen
Dörfer und Städte nur sehr langsam als Iohnende Reiseziele herum. Die Costa Alentejana
mit ihren einsamen Stränden gilt sogar als unberührteste Küstenlandschaft Westeuropas;
der südliche Abschnitt ist Naturschutzgebiet. Gründe genug, zwischen der Hauptstadt und
der Algarve ein paar Tage für den Alentejo einzuplanen! |
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Kopfsteingepflasterte
Gassen, steile Treppen, weiße Häuser der burggekrönten Kleinstadt Castelo de
Vide erwartet Sie eines der am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtbilder
Portugals. Nur 9 km entfernt bietet die Granzfestung Marvao 865 m über
dem Meeresspiegel weite Ausblicke ins Nachbarland. Auch die imposanten Wälle um die
geschäftige Grenzstadt Elvas zeugen von früheren Kriegen mit den
Spaniern, die heute einen regen Kommerz nähren. Ein 8 km langer Aquädukt, der die Stadt
früher mit Wasser versorgte, ist für viele der schönste im Land. Olivenhaine über der
Erde, Marmor darunter. Damit baute man in Estremoz die Burg, in der einst
der Dichterkönig Dinis residierte und in der heute eine vornehme Pousada untergebracht
ist. Kommen Sie möglichst samstags, um den größten Wochenmarkt Südportugals zu
erleben. Nicht weit von dort entfernt, befindet sich das Städtchen Arraiolos, bekannt
für kunstvoll bestickte Teppiche. Besonders kostbare Exemplare können Sie im grandiosen
Marmor - Palast von Vila Vicosa in Augenschein nehmen. Das Highlight im
Alentejo ist jedoch zweifellos Évora. Die Distriktmetropole mit 40 000
Einwohnern und Universität rühmt sich eines beeindruckenden historischen Stadtbildes mit
wuchtiger Stadtmauer, schmalen Gassen und Baudenkmälern aus zwei Jahrtausenden. Nicht von
ungefähr wurde der Stadtkern von der UNESCO zum Weltkulturgut erklärt.
Im Zentrum erheben sich der römische Tempel und die frühgotische Kathedrale. Von dort
geht´s durch die Altstadt und die sehr schöne Fußgängerzone mit herrschaftlichen
Bürgerhäusern zur Kirche Sao Francisco mit der "Capela dos Ossos". Die
gruselige Knochenkapelle ist kunstvoll mit menschlichen Gebeinen und Schädeln verkleidet.
Mehrere Nummern kleiner, aber ebenfalls stimmungsvoll, ist das urwüchsige Monsaraz
hoch über dem Rio Guadiana, nicht zu verwechseln mit dem benachbarten Weinort
Reguengos de Monsaraz. Weiter südlich liegt Beja: Das Pax Iulia der
Römer gilt als heißeste Stadt des Landes. Im Südosten dann das maurisch geprägte Mértola,ein
Mekka für Archäologen mit Spuren römischer, westgotischer und maurischer Vergangenheit.
Bleibt schließlich noch die Küste: Kilometerlange, feinsandige Dünenstrände bis nach
Sines, südlich davon einsame Buchten mit dramatischen Felsformationen. Der größte
Badeort ist das in den Sommermonaten trubelhafte Vila Nova de Milfontes; beschaulicher
geht es in des in Zambujeira do Mar zu. |
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