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Am verkehrsreichen Rossio
- Platz mischt sich das Piepsen der Handys mit dem Geschrei der Losverkäufer und
Schuhputzer. Stärken Sie sich im Art - déco - Café "Nicola" mit einer
Lissabonner ihre tägliche Tasse Espresso nennen - und flanieren Sie weiter: Über das
mosaikverzierte Pflaster der Einkaufsmeile Rua Augusta, an Traditionsgeschäften mit
verschnörkelten Ladenfronten und internationalen Boutiquen vorbei, bis zum
Praca
do Comércio, Lissabons großartigem, arkadengesäumten Platz am
Ufer des Rio Tejo. |
| Früher legten hier Karavellen an, um die
Gewürze Indiens und das Gold Brasiliens zu entladen. Heute sind es riesige
Containerschiffe und schwimmende Hotels, die im Lissabonner Hafen ihre Anker setzen. Nur
wenige Schritte vom Praca do Comércio entfernt hält die berühmte Straßenbahn Nummer
28. Die aus den 30er Jahren stammende "Eléctrico" fährt in westlicher Richtung
in den CHIADO hinauf und hält fast direkt vor Terrasse des legendären
Kaffeehauses "A Brasileira". |
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Seit im Chiado die letzte
Ruine des Großbrandes von 1988 originalgetreu wieder aufgebaut wurde, pulsiert erneut das
Leben im Geschäftsviertel, in dem Wäscheläden aus Urgroßmutters Zeiten neben
"Zara" - und "Mango" - Boutiquen koexistieren. Im Traditionskaufhaus
"Armazéns do Chiado", wo der Brand ausgebrochen war, locken heute eine schicke
Shopping - Galerie sowie ein elegantes Hotel. |
| In entgegengesetzter Richtung fährt die
Straßenbahn zur romanischen Kathedrale und von dort aus in die labyrinthische ALFAMA,
dem ältesten Viertel Lissabons. In den schiefen Gassen hängt die Wäsche vor
den Fenstern, grillen die Menschen vor der Haustür Sardinen und spielen die Kids
Fußball. Steigen Sie am Largo Portas do Sol aus und von dort aus hinauf zum Castelo
Sao Jorge. |
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Die von den Mauren
errichtete Burg mit ihren gezinnten Mauern bietet phantastische Panoramablick über die
Tejobucht und das Häusermeer, das sich malerisch auf den sieben Hügeln ausbreitet -
eingetaucht in das einzigartige Lissabonner Licht: ein wenig diffus und dunstig in den
Morgenstunden, sattgolden zum Sonnenuntergang. Wenn Sie ins Detail gehen möchten, können
Sie im "Torre de Ulisses" die Stadtlandschaft durch ein 360° - Teleskop
begutachten. Und im Burgpalast Alcacova lädt die Multimedia - Show
"Olisipónia" in fünf Sprachen (auch deutsch) zu einer Reise durch die
Stadtgeschichte ein. |
| Mit dem nötigen Hintergrundwissen
ausgestattet, steht dem Sightseeing in BELÈM nun nichts mehr im Wege.
Das monumentale Viertel im Westen der Stadt beschwört das Zeitalter der Entdeckungen. Von
Belém aus brach Ende des 15. Jh. Vasco da Gama auf, um den Seeweg nach Indien zu finden.
Das Grabmal des berühmten Seefahrers steht in der Kirche des Hieronymusklosters
(Mosteiro dos Jerónimos). |
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Zusammen mit dem verspielten
Turm von Belém gehört das Baudenkmal zu den wichtigsten Werken der Manuelinik - jenes
exotisch anmutenden Dekorations - Stils, mit dem die Portugiesen ihren Aufbruch in ferne
Kontinente verherrlichten. Beide Bauten wurden von der UNESCO zum Weltkulturgut der
Menschheit erklärt. Neuerer Herkunft hingegen ist das Denkmal der Entdeckungen,
das wie eine Karavelle über den Tejo ragt und an dessen Spitze Heinrich der Seefahrer den
Weg weist. |
| Vom früheren Imperium künden in Belém aber
auch der "Jardim do Ultramar" - ein herrlicher Park mit tropischen pflanzen aus
den Ex - Kolonien in Afrika, Südamerika und Asien - sowie die goldverzierten
Prunkkutschen im Museu dos Coches. Wenige Schritte vom Museum entfernt,
lädt übrigens die älteste Konditorei Lissabons zu einer Verschnaufpause ein:
Spezialität der azulejoverzierten "Fábrica dos Pastéis de Belém" sind
himmlisch süße Sahnetörtchen. |
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Bevor es zurück in die
Innenstadt geht, sollten Kunstfreunde unbedingt einen Blick ins "Centro Cultural de
Belém" werfen: Geboten werden interessante Großausstellungen sowie die Sammlung des
erst 1998 eröffneten "Museu do Design". Die Werke alter Meister wie Hieronymus
Bosch hingegen können Sie im Museu de Arte Antiga im Stadtteil Lapa
bewundern. Nicht mehr wegzudenken aus der Lissabonner Museumslandschaft ist weiterhin die Gulbenkian
- Stiftung am Praca da Espanha mit Kunst und Kunsthandwerk vom Alten Ägypten bis
in die Gegenwart. In Lissabon finden Sie aber auch unter der Erde Menge Kunstwerke: Die
meisten Stationen der Metro sind aufwendig mit Kachelbildern und Skulpturen
zeitgenössischer Künstler dekoriert. Die wohl spektakulärste Station ist der Endbahnhof
der "Linha do Oriente", die seit der Weltausstellung Expo ´98 die City mit dem
Osten der Stadt verbindet. |
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Das Expo
- Gelände heißt inzwischen "Praque das Nacoes" und hat sich zu einem
boomenden Geschäfts - und Freizeitviertel entwickelt. Eine kilometerlange Uferpromenade
mit Palmen und Fontänen, ein yachthafen sowie Restaurants und Cafés landen zum Flanieren
ein; Open - Air - Konzerte, Straßentheater und der Radikalsport - Park
"Adrenalina" sorgen insbesondere am Wochenende für jede Menge Animation. Die
Hauptattraktion ist das Ozeanarium: Europas größtes Aquarium mit der
Flora und Fauna der Weltmeer von der Koralle bis zum Hai. Der High - Tech - Bau steht auf
Stelzen im Hafenbecken, in dem sich Teenager mit "bumperboats" - eine Art Auto -
Scooter zu Wasser - vergnügen. Nicht weniger gewagt ist der an ein Ufo erinnernde
"Pavilhao Atlântico", in dem Großkonzerte und Sportevents stattfinden. Ein
weiterer Publikumsmagnet ist das Shopping - Center "Vascoda Gama" : Der
Kommerztempel ist wie ein elegantes Kreuzfahrtschiff gestylt und hat bis spät abends
geöffnet. Kommen Sie zur "blauen Stunde" und nehmen Sie auf der Dachterrasse
Platz: Der Blick über den Tejo mit der 17,2 km langen Ponte Vasco da Gama ist einfach
unvergesslich! |
Lissabon bei Nacht. |
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Wie wäre es mit einem
kurzen Nickerchen nach dem kompletten Sightseeing - Programm, ehe Sie sich ins Nightlife
der Tejo - Metropole stürzen? Die Lissabonner Nächte sind lang und gehen erst nach
Mitternacht so richtig los - wenn in den meisten Fadolokalen der letzte Akkord angestimmt
wird! Die höchste Dichte an Kneipen und Restaurants von spartanisch bis megaschick
verzeichnet das BAIRRO ALTO, der Teil der Oberstadt, der sich hinter dem
Chiado anschließt. |
| Sparen Sie Ihre Energien für später auf und
steigen Sie besser nicht zu Fuß hinauf! Bequemer geht´s mit dem Elevador da
Glória, der alten Standseilbahn, die vom Praca dos Resttauradores in der Baixa
zum Aussichtspunkt Miradouro de Sao Pedro de Alcântara hochrattert. Gegenüber von diesem
lauschigen Plätzchen für verliebte Paare liegt der Solar do Vinho do Porto,
das gediegene Probierlokal des staatlichen Portweininstituts, in dem rund 200 Sorten zur
Auswahl stehen. Ein weitere gute Adresse für Genießer ist der Chafariz do Vinho:
Dort können Sie in den Gemäuern eines alten Wasserdepots die köstlichsten
Tropfen aus allen portugiesischen Weinbaugebieten verkosten (RauMae de Agua). |
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Bier in Strömen fließt
hingegen im azulejoverzierten Brauhaus Cervejaria da Trindade, wo auch
Köstlichkeiten wie Taschenkrebs und Hummer unter den Holzhammer kommen (Rau Nova da
Trindade 20). Auch in den anderen Restaurants im Bairro Alto - über 100 sollen es sein,
vom winzigen Familienlokal mit Papiertischdecken bis zum gestylten Gourmettempelfehlen
Fisch und Meeresfrüchte nicht auf der Speisekarte. Reichlich gegessen wird üblicherweise
auch dort, wo der Fado erklingt. |
| Der herzzerreißend - traurige
Schicksalsgesang - begleitet von den zitternden Klängen der zwölfseitigen
portugiesischen Gitarre - entstand im 19. Jh. im Milieu der Lissabonner Bohéme. Heute
wird er allabendlich in professionellen "Casas de Fado" angestimmt. Die Live -
Darbietungen in diesen Spezialrestaurants die von ihren Gästen in der Regel einen
Mindestverzehr um 5000 Escudos Erwarten - beginnen ab 20 Uhr. Die meisten organisierten
Touristen - Gruppen kehren schon um 22 Uhr wieder ins Hotel zurück, dabei wird´s in
vielen Casas de Fado erst zu vorgerückter Stunde so richtig gemütlich. |
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Dann lässt auch schon mal
der Oberkellner seinem Weltschmerz freien Lauf und stimmt mit heiserer Stimme in den
Gesang mit ein; spätestens nach Mitternacht gesellen sich dann die Freunde der Künstler
hinzu - und alle zusammen besingen mit Tränen in den Augen das "Lisbao Antiga".
Kein Spur von Weltschmerz ist dagegen in den benachbarten Szeneläden zu spüren. In der
Lissabonner Discolegende Frágil (Rua da Atalaia 126) laufen House,
Techno und Trip Hop; ähnliche Töne erklingen im Club der Modedesignerin Fátima
Lopes, die in der Boutique nebenan ihre gewagten Kollektionen bis nachts um 4 Uhr
verkauft (Rua da Atalaia 36). |
| Gedämpfter ist die Atmosphäre im Pavilhao
Chinês, wo sich alle Generationen wohlfühlen und die besten Cocktails der Stadt
gemixt werden (Rua D. Pedro V 91). Besonderes Flair erhält das Lissabonner Nachtleben
durch die zahlreichen Afro - Clubs: Dort tanzen Jung und Alt und Schwarz und Weiß mit
viel Körperkontakt zu den Rythmen aus den ehemaligen Kolonien Angola, Mosambik und
Kapverden. Die Hochburgen dieser Szene im Umkreis des Bairro Alto sind der Ritz
Club (Rua da Glória 57) und das in einem dekadenten Barockpalast liegende B
- Leza (Largo do Conde Barao 50). |
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Mächtig
Konkurrenz hat das Bairro Alto durch die Kneipen - und Clubszene bekommen, die seit Mitte
der 90er Jahre am Tejoufer boomt. Dreh - und Angelpunkt dort sind die Docas de
Santo Amara im Stadtteil Alcântara: Die Flaniermeile liegt direkt unter der
Hängebrücke "Ponte 25 de Abril" und ist auch tagsüber ein beliebter
Treffpunkt. Nach Mitternacht tanzen Teenager, Studenten und Manager in aufgemöbelten
Hafenspeichern zu Salsa und Techno; einige der Clubs - wie das Dock´s oder
das Kings - lohnen allein schon wegen ihrer aufwendigen und extravaganten
Dekoration einen Besuch. Die gesamte Uferzone von Alcântara bis zum Bahnhof Santa
Apolónio hat sich inzwischen zur nächtlichen Vergnügungsmeile entwickelt.
Dementsprechend fließt der Verkehr samstagnachts an der Uferstraße Avenida 24 de Julho
vor den In - Läden Kapital und Kremlin so zähflüssig
wie auf der Hängebrücke wochentags nach Büroschluss. Das Publikum nimmt´s jedoch
gelassen, denn das Motto der jungen Lissabonner heißt: Lebenslust statt Weltschmerz. |